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Selbsthilfe Cottbus

REKIS Cottbus
Regionale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe
Räume für Frauen e. V.
Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband

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Gruppe: Prostatakrebs

Über den Sinn einer Selbsthilfegruppe Prostatakrebs

Selbsthilfegruppen bei Krebs? „Das ist ja so, wenn sich Betroffene zum Kaffeeklatsch treffen oder mit anderen Worten, dort werden ja die Leidensgeschichten breitgetreten, die beschäftigen sich nur mit ihrer Krankheit“.
Solche Meinungen und Vorurteile sind häufig aus Medizinerkreisen oder von Bürgern die keinerlei gesundheitliche Probleme haben, zu hören.
Werden Selbsthilfegruppen wirklich benötigt? Ich denke ja!
Durch Nichtbetroffene wird das Thema PCa häufig tabuisiert. Schweigen und verschweigen in der Hoffnung es trifft mich nicht. Erst dann, wenn man selbst betroffen ist, stellt sich einem die Frage: Wohin wenden, wer ist betroffen und kann mir Informationen geben? etc.

Selbsthilfegruppen sind ein wesentlicher Faktor der zur Genesung beitragen kann. Warum wird dies so betont? Betroffene beantworten hier Fragen von Betroffenen untereinander.

Die Diagnose Krebs lässt einen Moment lang alles still stehen, viele – fast alle – fallen in ein tiefes schwarzes Loch, und von da ab ist die Welt eine andere.
1000 Fragen, die die Hausärzte, Urologen, Strahlenärzte und Onkologen nach bestem Wissen – so sie es wollen – beantworten, leider fehlt in den meisten Praxen die Zeit, um sich intensiv mit dem Patienten zu befassen.
Fakten, Statistiken und Forschungsergebnisse werden evtl. genannt, aber wie fühlt sich der Mann, wenn er kaputt und schlapp ist und trotzdem für die Familie da sein muss? Wie fühlt sich ein Mann, der nach der Prostatektomie (totale Entfernung der Prostata) inkontinent und impotent ist (zumindest zeitweilig)? Welche Ängste stehen Patienten aus, die nach einer Entfernung der Prostata oder nach einer Bestrahlung einen Wiederanstieg des PSA haben? Wie ist es wenn die Mitmenschen sagen: „Du siehst ja gut aus, bist ganz wieder der Alte“ und man selbst dabei müde, traurig und energielos ist?
Viele Fragen, die wirklich nur von Betroffenen beantwortet werden können, die die gleiche Last, die gleichen Probleme haben bzw. Durchlebt haben, das gibt Kraft und Mut. Deshalb haben wir 2003 einen Anfang gemacht und die Selbsthilfegruppe gegründet.
Arbeit in und mit der Selbsthilfegruppe heißt aber auch Hilfe zu geben in rein organisatorischen Dingen wie beim Ausfüllen von Formularen z.B. Für eine Kur oder den Schwerbehindertenausweis. Wie erhält man – trotz Gesundheitsreform – Rezepte für Krankengymnastik, Beckenbodentraining oder Hilfsmittel bei Inkontinenz.
In der Selbsthilfegruppe werden Informationen über Behandlungsmethoden und -erfolge gesammelt, ausgetauscht und nicht selten mit Experten diskutiert. Von Vorteil ist es wenn Betroffene vor der Therapieentscheidung mit anderen Betroffenen den Austausch zu den einzelnen Therapien suchen.
Eine Selbsthilfegruppe sollte aber auch zusammen fröhlich sein, Spaziergänge machen, Karten spielen, oder anderen zum Geburtstag gratulieren. Hier haben wir in unserer Gruppe sicher noch Nachholbedarf.
Unsere Selbsthilfegruppe für Männer mit Prostatakrebs hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen Männern und Ihren Frauen, Optimismus zu vermitteln. Es gibt auch ein Leben mit dem Krebs.

Wir treffen uns jeden zweiten Dienstag im Monat in der Seniorenresidenz am Sanzeberg, Merzdorfer Weg 40 – 43 in 03042 Cottbus um 16:30 Uhr (außer Juli u. August). 
Wir erarbeiten uns für die Gruppentreffen ein Programm für das aktuelle Jahr (sh. Termine). In diesem Programm sind allgemeine Diskussionen aber auch konkrete Vorträge mit speziellen Themen zu medizinischen u. juristischen Fragen sowie zur Ernährung und zu Sozialgesetzen etc. enthalten.
Zu unseren Treffen können und sollen auch die Ehefrauen mitkommen. Auch sie können sich austauschen und Kontakte knüpfen.
Oft rufen auch Männer und Frauen bei mir an, die nicht zu den regelmäßigen Treffen kommen können oder wollen. Sie wollen einfach nur reden, dass ihnen jemand, nicht aus der Familie kommend, zuhört. Auch für Sie bin ich, sind wir da. Wir wollen Ansprechpartner für Neubetroffene in ihrem Kummer bzw. bei ihren Sorgen sein.
In der Gruppe finden sich Männer zusammen, und dies ist besonders zu erwähnen, die sich in verschiedenen Stadien der Erkrankung befinden: Neuerkrankte mit viel Unsicherheit, einige die schon Jahre in Behandlung sind wegen Rezidiven oder Metastasen. Einige der Betroffenen kommen erst nach Beendigung ihrer Therapien oder es gibt Betroffene die nach der Therapie keine Probleme haben und uns wieder verlassen. Jeder sucht seine Zeit, wann er uns braucht und wann die Gruppe Erfahrung und Mut geben kann. Jeder kann seine Erfahrungen, Erfolge und Probleme einbringen, dies macht die Gruppe wertvoll. Wir haben keinen „Vereins-Zwang“ und pflegen einen inneren Zusammenhalt.
Der Wert der Gruppe soll nicht an der Anzahl der Teilnehmer gemessen werden sondern daran, wenn gesagt wird: „Es ist gut, dass es euch gibt, schön, dass ich weis wohin ich mich mit meiner Angst, meinen Zweifeln und Fragen wenden kann.
Zusammenfassend soll festgestellt werden: Die Selbsthilfegruppe soll Betroffenen, die in ihrer körperlichen und seelischen Gesamtheit verletzt wurden, die jetzt ein anderes Leben leben oder leben müssen, wieder Mut geben und ihnen zeigen, dass dieses Leben nicht einsamer sein muss. Wir leben nach und mit unserem Krebs bewusster, auch Dank unserer Selbsthilfegruppe.
Ansprechpartner ist Herr Josef Weimer Tel: 0355/75238462
Wir laden interessierte Bürger und Betroffene zu unseren Veranstaltungen und zu individuellen Gesprächen ein.
Zweiter Beitrag:

Information derSelbsthilfegruppe Prostatakrebs zu Prostataerkrankungen

In Deutschland erkranken jährlich rund 32.000 bis 38.000 Männer neu an Prostatakrebs. Damit ist der Krebs der Vorsteherdrüse in Deutschland die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Pro Jahr fordert die Krankheit landesweit rund 12.000 Menschenleben.
Wir müssen gemeinsam durch Prostatakrebs verursachtes persönliches Leid lindern und die hierdurch verursachten enormen Kosten im Gesundheitswesen verringern.
Wir fordern alle nicht betroffenen Männer auf, aktiv zu werden gegen diese Erkrankung.  Um den Anteil der tödlichen Erkrankungen zu senken, ist eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr notwendig.
Ein besonders wichtiger Teil der Untersuchung ist die Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA).   Dies ist im Moment die beste Methode, um eine Erkrankung frühzeitig zu erkennen und sie mit guten Chancen behandeln zu können.
Die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Cottbus bittet alle Männer verantwortlich an Ihren Familien zu handeln und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, die übrigens auch nicht weh tut.   Männer begehen einen großen Fehler wenn sie die Chancen der Vorsorgeuntersuchung nicht nutzen.  Sie berücksichtigen nicht, dass im frühen und mittleren Stadium der Prostatakrebs keinerlei Symptome verursacht.   Bereitet Prostatakrebs aber erst einmal Missempfinden oder gar Schmerzen, ist eine Heilung nicht mehr möglich.
Wir wollen wir auf die dringende Notwendigkeit von Verbesserungen in der Behandlung des Prostatakrebses hinweisen.
So ist eine deutliche Verbesserung der finanziellen Förderung der Prostatakrebsforschung erforderlich.  Denn pro Jahr geben der Bund und die Länder zusammen nur 1 Million Euro für die Forschung aus.  Während in derselben Zeit aus Steuermitteln zum Beispiel der Tabakanbau mit 150 Millionen Euro subventioniert wurde, und 11 Millionen Euro für Leistungsprüfungen in der Tierzucht aufgewendet wurden.
In den USA werden z.B. im gleichen Zeitraum 18-mal mehr  Steuermittel für die Prostatakrebsforschung aufgewendet als in Deutschland.
Es ist auch dringend erforderlich Prostatakrebszentren innerhalb von onkologischen Zentren nach dem Vorbild der Brustkrebszentren zu schaffen.
Viele Prostatakrebspatienten fühlen sich alleine gelassen und haben Probleme ihre Sorgen und Ängste in der Familie oder mit Freunden zu besprechen.  Außerdem scheint es in der Natur des Mannes zu liegen, Probleme alleine klären zu wollen. Bei der Erkrankung Krebs ist das jedoch kein guter Lösungsversuch.  Außerdem ist Krebs ein schwieriges Thema und wer hat schon  eigene Erfahrungen und kennt die notwendigen Hilfen.

Es gibt die Möglichkeit, eigene Sorgen und Fragen mit Menschen in einer ähnlichen Situation zu besprechen. Das sind die Prostatakrebs -Selbsthilfegruppen in der gesamten Bundesrepublik, in denen informativ und vertraulich Hilfe gegeben wird. Es wird daher jedem Krebspatienten nutzen, wenn er mit einer Selbsthilfegruppe Kontakt aufnimmt oder sich dieser anschließt.  Dort wird er feststellen, dass er mit seiner Krankheit nicht alleine ist und dass er dort Erfahrungen und Kenntnisse zu dieser Erkrankung vorfinden wird.
Im Raum Cottbus gibt es zurzeit folgende aktive Selbsthilfegruppe:
– SHG Prostatakrebs Cottbus, Ansprechpartner ist Herr Josef Weimer Tel: 0355/75238462

Die Adressen weiterer Selbsthilfegruppen können auch beim Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe  (BPS) e.V. http://www.prostatakrebs-bps.de
Telefon 05108 / 92 66 46 abgerufen werden.
Die Prostatakrebs Selbsthilfegruppen informieren und helfen. Sie werden von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Weitere Informationen erhalten Sie über die REKIS Cottbus.